Baier will sich für ein Kultur- und Kongresszentrum im Südkreis einsetzen

Baier will sich für ein Kultur- und Kongresszentrum im Südkreis einsetzen

Zu einem Gedankenaustausch über die Besonderheiten von Kurorten und den aktuellen Stand nach dem Brand beim Carpesol hat Landratskandidat und Samtgemeindebürgermeister von Bersenbrück, Horst Baier, den Bürgermeister Klaus Rehkämper in Bad Rothenfelde besucht. Rehkämper erläuterte das Modell zum Betrieb des Carpesol mit einer privaten Betreibergesellschaft. „Es ist nicht selbstverständlich, dass derartige Modelle so erfolgreich wie in Bad Rothenfelde laufen“, stellte Baier fest, der in seiner Gemeinde gerade den Startschuss für den Neubau eines Hallenbades gegeben hat und während seiner Tätigkeiten in den Städten Braunschweig und Salzgitter sich intensiv mit Bäderorganisation beschäftigt hat.

Rehkämper ist zuversichtlich, nach der sanierungsbedingten Schließungsphase wieder an die bisherigen guten Besucherzahlen anknüpfen zu können.

Ein wichtiges Thema war die Attraktivität und Wettbewerbssituation von Kurorten im Osnabrücker Land gegenüber anderen Kurstandorten in Niedersachsen und anderen Bundesländern. Rehkämper verwies auf eine strukturelle Benachteiligung, weil beispielsweise Nordrhein-Westfalen oder Hessen, aber auch niedersächsische Landkreise, jährliche Zuschüsse für den Kurbetrieb zahlen. Beispielsweise bekommen Bad Sooden-Allendorf ca. 1 Mio. €, Bad Sassendorf 600 T€, Tecklenburg 196 T€ über den Finanzausgleich ihrer Länder und Bad Bevensen 1 Mio. € direkt vom Landkreis Uelzen.

Der Landkreis Osnabrück hat sich 1983 als Mitgesellschafter der Kurgesellschaft in Bad Rothenfelde verabschiedet und engagiert sich seitdem nur noch bei besonderen Projekten mit Investitionszuschüssen. Rehkämper sieht durch die bessere Ausstattung der Konkurrenz langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der Bäder im Osnabrücker Land als beeinträchtigt an. Bad Essen und Bad Iburg haben durch die Gartenschauen ihre Struktur zwar verbessern können. Schwierig ist aber immer die langfristige Finanzierung von neu geschaffenen Einrichtungen wie dem Baumwipfelpfad.

In diesem Zusammenhang hat Baier das in die Jahre gekommene Kurhaus besichtigt. „Nach Betrachtung des Gebäudes fällt sofort der Sanierungsbedarf ins Auge. Nach meinen Erfahrungen mit Gebäuden aus den 70er Jahren ist eine Sanierung nicht mehr sinnvoll“, fand Baier, der als ehemaliger Finanzvorstand der Stadt Osnabrück die Sanierung der OsnabrückHalle vorangetrieben hatte. Rehkämper fragte den Landratskandidaten, ob er sich für ein Engagement des Landkreises im Falle einer Wahl einsetzen würde. Nach Einschätzung von Baier fehlt im Südkreis ein gutes Kultur- und Kongresszentrum mit einem großen Saal bis zu 500 Plätzen und weiteren Räumlichkeiten für Tagungen. Der Bedarf für die vielen Kurgäste, Touristen und der einheimischen Bevölkerung nach Kulturangeboten, aber auch von Unternehmen und Privatpersonen nach Räumlichkeiten für große Veranstaltungen und Empfänge dürfte nach Einschätzung von Baier gegeben sein. Von einer solchen Einrichtung könnten viele Gemeinden im Umkreis profitieren, aber auch der Landkreis Osnabrück, der viele Veranstaltungen selbst organisiert und durchführt. Baier wäre bereit, sich für ein Engagement des Landkreises in Form einer Mehrheitsbeteiligung an einer Kultur- und Kongressgesellschaft einzusetzen. „Der Landkreis unterstützt Einrichtungen wie das Innovationscentrum Osnabrück, den Hafen Bohmte und in der Vergangenheit den Alfsee mit laufenden Zuschüssen. Daher wäre eine dauerhafte Unterstützung einer Kultur- und Kongressgesellschaft ein echter Gewinn für die Region“, findet Baier. In einer gemeinsamen Gesellschaft von Landkreis und anliegenden Gemeinden könnten umfassende Mitspracherechte verankert werden. Die Gemeinde mit dem Sitz des Kultur- und Kongresszentrums müsste natürlich einen größeren finanziellen Beitrag für den Betrieb leisten, findet Baier.